Aktuelles

26.03.2020

Offener Brief mit Fragen und Bitte um Antwort an Bewerberinnen fürs Amt der Bürgermeisterin

Unterammergau, 25.03.2020

Sehr geehrte Frau Koch,

Sehr geehrte Frau Dr. Meierhofer,

werte Kreistagskolleginnen, nächste Woche bestimmen wir gemeinsam über das Schicksal der Zugspitzrealschule. Es geht dabei um die Entscheidung, ob die Zugspitzrealschule abgerissen wird und komplett neu gebaut werden soll, oder ob ein Abriss und Teilneubau nur derjenigen Teile erfolgen soll, die für eine weitgehende Barrierefreiheit notwendig sind.

Sie beide bewerben sich um das Bürgermeisterinnenamt der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen, in deren Ortsgebiet die Schule steht. Die anstehende Entscheidung ist sicher auch richtungsweisend für künftige Entscheidungen in Sachen Neubau oder (Teil)Sanierung von öffentlichen Gebäuden. Deshalb bittet Sie die Kreistagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen, folgende Fragen zur Entscheidung vorab zu beantworten - für uns und Ihre potentiellen Wählerinnen und Wähler:

Wie stehen Sie zum Neubau bzw. Teilsanierung

- im Hinblick auf die Umwelt und Klimaschutz?

- im Hinblick auf die Kosten, da der Teilneubau nach Schätzungen um 3 Millionen Euro günstiger sein wird?

- im Hinblick auf die Vorbildwirkung für Jugendliche und Bevölkerung?

- im Hinblick auf die Belastung der Anwohner?

Wie also werden Sie sich entscheiden und für welche Lösung werden Sie in Ihrer Kreistagsfraktion werben?

Wir als Grüne Fraktion sind aus guten Gründen gegen einen Neubau, sondern für einen Teilneubau. Wir sind gegen das Prinzip "Ex und hop" - also nach Gebrauch in den Mülleimer bzw. Abriß, sondern für das Prinzip einer nachhaltigen Nutzung. Auch in der Rolle des Vorbilds der öffentlichen Hand sollte ein Gebäude repariert statt abgerissen werden. Die Schule wurde erst vor ca. 40 Jahren fertig gebaut, sie ist ein Zeugnis der Architektur der 70er und 80er Jahre und unsere Vorgänger im Kreistag waren stolz auf sie. Sie hat auch jetzt noch viel gesunde Subtanz. Sicherlich ist ein Umbau für mehr Barrierefreiheit sowie eine energetische Sanierung notwendig - hier am Besten hin zu einem Niveau, das mindestens dem einer Passivhausschule entspricht. Und ein Abriss bzw. Teilneubau sollten nur das absolut Notwendige umfassen. Denn jeder Abbruch und Neubau belastet die Umwelt und das Klima immens. Und das ist doch was die Jugendlichen wollen: eine Zukunft, in der die Klimakrise bewältigbar ist. Und Erwachsene und Entscheidungsträger, die ihnen vorbildlich diese Zukunft ermöglichen.

Mit freundlichen Grüßen

Georg Buchwieser, Kreisrat, Mitglied der Fraktion Bündnis90/Grüne

Kategorien:Kreistag
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